Diese Enduro-Transalp startet nordwestlich von Cuneo am Fuße des Monviso und führt durch einige der wildesten und ursprünglichsten Regionen der Westalpen bis an die zerklüftete ligurische Küste. Im Fokus stehen dabei nicht Kilometer, sondern große Landschaft, lange Abfahrten und möglichst viele Tiefenmeter. Dennoch bleibt der Charakter der Tour klar der einer echten Durchquerung – mit zahlreichen Höhenmetern, die wir aus eigener Kraft bewältigen. Shuttle-Transfers setzen wir gezielt ein, um einzelne Anstiege effizient zu überwinden und den Schwerpunkt bewusst auf mehr Abfahrtsspaß zu legen.
Die Route verbindet die abgelegenen Täler Valle Varaita, Valle Maira und Valle Stura mit den Seealpen und den Ligurischen Alpen. Wir bewegen uns überwiegend auf alten Militärwegen, hochalpinen Kammstraßen und epischen Singletrails, wie man sie in dieser Länge und Dichte in Europa fast ausschließlich in den Westalpen findet. Der Abenteuer- und Entdeckerfaktor ist hier enorm. Um ein Bild im Kopf zu erzeugen, ziehe ich gerne den Vergleich zu Machu Picchu in den südamerikanischen Anden – nur eben mit Bike.
Der Streckenverlauf orientiert sich über weite Teile an der französisch-italienischen Grenze. In den ersten Tagen stehen vor allem die Täler von Maira und Stura im Mittelpunkt: einsame Landschaften, anspruchsvolle Trails und historische Militärpfade, eingebettet in eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch. Ein besonderes Highlight ist die Hochebene der Meja Gardetta – ein echtes Enduro-Paradies mit weiten Hochflächen, grandiosen Panoramen und langen, abwechslungsreichen Abfahrten. Um dies besonders auszukosten oder Teilnehmenden auch einmal einen Tag Auszeit zu gönnen, bleiben wir in der Mitte der Tour für zwei Nächte in einer Unterkunft im Valle Stura.
Auf dem Weg Richtung Meer begegnen uns immer wieder Relikte aus den Kriegen der letzten beiden Jahrhunderte. Alte Straßen, Forts und Militärwege sind stille Zeitzeugen der Vergangenheit und zugleich perfekte Lines für lange, technisch anspruchsvolle Abfahrten. Durch die Seealpen erreichen wir schließlich auf Trails entlang der Via del Sale Ligurien und folgen später teilweise dem Verlauf der Alta Via – auf abenteuerlichen, speziell ausgewählten Bike-Varianten. Auf mehreren Reisen und Rennen habe ich die Gegend kennen und lieben gelernt.
Hier verändert sich die Landschaft spürbar: Mediterrane Einflüsse, scheinbar aus der Zeit gefallene Orte und ein dichtes Netz aus alten Pfaden und schmalen Bergstraßen prägen die letzten Tage. Auf Kammwegen und sogar auf einzelnen Gipfeln begleitet uns der Blick aufs Meer bereits lange vor der finalen Abfahrt – bis wir die Tour schließlich an der wilden, zerklüfteten Küste Liguriens beenden.